Reiserecht - Rechtsanwalt in Hamburg / Reisebüro und Reisevermittlung

Pauschalreisen werden regelmäßig durch Reisebüros vor Ort oder über das Internet vertrieben. Hierbei handelt es sich um Reisevermittler, die letztlich nur für ihre Vermittlungstätigkeit, aber nicht für die Reise an sich einzustehen haben.  

Das Reisebüro vermittelt verschiedenartige Leistungen. Zum einen werden Einzelleistungen, wie z.B. Flüge, Hotels oder Fahrkarten vermittelt. Das Reisebüro vermittelt außerdem fremde Reisen von Veranstaltern. Ab und zu tritt ein Reisebüro aber auch selbst als Veranstalter auf.  

Zwischen Reisebüro und Reisendem wird bei der Vermittlung fremder Leistungen ein Reisevermittlungsvertrag geschlossen. Das Reisebüro als Vermittler schuldet aus diesem Vertrag den erfolgreichen Abschluss des vermittelten Hauptvertrages und hat insoweit Sorgfalts- und Informationspflichten. Sofern das Reisebüro einzelne Leistungen selbst anbietet, ist es nicht vermittelnd tätig. Das Reisebüro kann z.B. im eigenen Namen und auf eigene Rechnung Flüge anbieten. Das Reisebüro kann auch als eigener Reiseveranstalter auftreten und eine Gesamtheit von Reiseleistungen als eigenes Paket anbieten. Wenn dies der Fall ist, wird das Reisebüro selbst als Reiseveranstalter behandelt.  

Die Haftung des Reisebüros richtet sich dann zunächst danach, in welcher dieser Funktionen das Reisebüro aufgetreten ist. Das vermittelnde Reisebüro haftet verschuldensabhängig für den Erfolg der Vermittlungstätigkeit. Es ist also die Pflicht des Reisebüros, die vermittelte Reiseleistung dem Kunden zu verschaffen. Diese Geschäftsbesorgung hat das Reisebüro mit der Sorgfalt eines ordentlichen Reisebürokaufmannes zu erfüllen. Eine Pflichtverletzung liegt dann vor, wenn der Vermittlungserfolg schuldhaft nicht eintritt.  

Den Reisevermittler treffen außerdem Beratungs- und Aufklärungspflichten. Sofern der Reisende nach polizeilichen Einreisebestimmungen oder nach gesundheitlichen Erfordernissen bei dem Vermittler ausdrücklich nachfragt, müssen erteilte Informationen richtig sein. Bei der Vermittlung von Flügen hat der Reisevermittler ungefragt über Einreisebestimmungen und Durchreisebestimmungen zu informieren, wenn erkennbar ist, dass der Kunde ein Visum benötigt. Demgegenüber muss es auf die Notwendigkeit von Reiseversicherungen als Vermittler grundsätzlich nicht hinweisen. Dies deshalb nicht, weil die Informationen über Reiseversicherungen nicht den Schwerpunkt der Reiseberatung eines Reisevermittlers bildet. Bei fahrlässig unrichtigen Fahrplanauskünften haftet das Reisebüro im Rahmen des Vermittlungsvertrages. Die korrekte Angabe der Abfahrtszeit eines gebuchten Transportmittels gehört zur Beratungspflicht.  

Im Übrigen liegt eine Pflichtverletzung des Reisevermittlers dann vor, wenn er es unterlässt, den Reisenden über in Erfahrung gebrachte Umstände aufzuklären, welche die vermittelte Reiseleistung beeinträchtigen könnten. Dies gilt allerdings nur, soweit hinreichende konkrete Verdachtsmomente vorliegen.

Reisevermittlungsrecht

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